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Werner Brix
megaplexx 2 - Die besten Stellungen
Lang Lang Kurz hat gesagt: „Das wichtigste ist der Titel.“
Er hat damit nicht den Doktor‐ oder Ingenieurstitel gemeint, sondern den Namen eines
Kabarettprogramms. Vom künstlerischen Standpunkt aus gesehen, ist das eine verwerfliche
Einstellung, von einem reellen Blickwinkel aus betrachtet, hat er recht.
In Megaplexx 2 – die besten Stellungen begeben wir uns auf eine äußerst skurrile Reise.
Sie beginnt am Bahnhof. Da Zugsfahrpläne am Schreibtisch gemacht werden und daher nur in der
Theorie funktionieren und auf Anschlusszüge heute sowieso nicht mehr gewartet wird, ergeht es
dem Protagonisten wie vielen anderen Reisenden auch: Er muss warten.
Weil er also jetzt Zeit hat und ohnehin in der Angst lebt, dass ihm die Gedanken ausgehen, macht er
sich ständig neue. Wenn man sich aber andauernd Neues zulegt, wird irgendwann der Lagerraum
platzen, also muss man etwas hergeben. Oder zumindest teilen. Ein Kompromiss mit dem er leben
kann. Und so teilt er sich mit.
Er erzählt von seinen Versuchen, die Welt dogmatisch zu entschleunigen, indem er die uns
angeborene Gier in Richtung ökologischer Ausgeglichenheit kultivieren möchte. Klingt kompliziert?
Ist es auch. Nachdem er über die zunehmend virtuelle Realität der Medien und George Clooneys
männerfeindlichen Sexappeal im Chat des Nespressoklubs, den er eigentlich für lobbyistische Zwecke
ausnutzen wollte, jammert, zwingt ihn schließlich ein schwerer Absturz in einen künstlichen
Tiefschlaf, in dem er sich nach einem recht interessanten Gespräch über die Quelle der Macht auf
eine noch interessantere Reise begibt.
Macht, die Tochter des Großen Clowns, soll heiraten. Und alle wollen sie zur Frau. Also brechen sie
auf, um um sie zu freien. In einem 6er‐Abteil der Bundesbahn begegnet der Reisende einigen
Proponenten der globalen Spieler: den siamesischen Zwillingen Helmut (Elsner) und Wolfi (Flöttl),
dem Quälgeist Silvio (Berlusconi), dem Schlechtesten Präsidenten Aller Zeiten (!) und Hades (Chef der
Unterwelt), sowie einem aus Afrika stammenden Dkfm. Ndale, dem mobilen Bordservice in persona,
der die chauvinistischen Angriffe der machtgierigen Gesellschaft gekonnt pariert: „Ihr stammt nicht
vom Affen ab, sondern von der Spinne. Um überleben zu können, müsst ihr Menschen fangen. Ihr
müsst sie für euch interessieren, um sie in euer Netz zu bekommen. Ob ihr sie dann aussaugt oder
eine Kooperation mit ihnen eingeht, ist lediglich eine Frage der Wirtschaftlichkeit, selten auch der
Ethik.“
Wo der Zug ankommt und Show down stattfindet und was sich dabei ereignet, wird hier nicht
verraten. Nur soviel: Wer sich in diesem Programm vom Werner Brix ein Best‐of des Kamasutras
erwartet, hat nur den Titel gelesen und in Schublade eins gelegt.
In Megaplexx2 – die besten Stellungen geht es um Menschen und Macht und ihre witzigsten
Auswüchse.
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